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St. Lucia

Dass mit St. Lucia ausgerechnet eine Heilige aus Sizilien (4. Jhdt.) in Schweden besondere Verehrung gefunden hat, ist in dem Glauben begründet, sie habe Schweden vor einer Hungerkatastrophe bewahrt.

Die St. Lucia Feiern haben zwar grundsätzlich nichts mit Weihnachten zu tun, aufgrund des Datums, 13. Dezember, ist es natürlich trotzdem in die Advents- und Weihnachtszeremonien eingebunden.

In Gedenken an die hilfreichen Taten der Heiligen bringen die Kinder morgens ihren Eltern Speisen ans Bett. Der ältesten Tochter fällt dabei die Rolle der Santa Lucia zu: Sie ist weiß gekleidet, mit einem roten Seidenband um die Hüften und trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf.
Besondere Zeremonielle im Zusammenhang mit dem St. Lucia Tag sind die Herstellung diese Kranzes und die Bereitung der speziellen Speisen (eher Süssigkeiten).




Die St. Lucia-Prozessionen

Natürlich beschränkt sich der Auftritt der Mädchen nicht auf den häuslichen Bereich - es gibt am 13. Dezember zahllose Feiern und Aktivitäten in ganz Schweden.
Von Santa Lucia angeführte Prozessionen gehören weissgekleidete Mädchen mit Lametta im Haar und ebenfalls weissgekleidete Jungen mit einem sterneverzierten Hut an. Es gibt eine offfizielle Parade in Stockholm, aber auch in Schulen, Firmen und Lokalen werden entsprechende Feiern abgehalten.



Rezept: Lucia Katzen (Lussekatter)

Die traditionelle Süssigkeit:

0,3 l Milch
1 g Safran
5 dag Hefe
70 dag Mehl
15 dag Zucker
12 dag Butter
Ei, Salz, Rosinen, Mandeln
* Butter schmelzen und zusammen mit der Milch und dem Safran auf Handwärme (37°) erwärmen.
* Über die zerteilte Hefe gießen.
* Zucker, Mehl und Salz beigeben (Zimmertemperatur), alles kräftig durchkneten.
* Bedeckt 30 Minuten stehenlassen.
* Teig nochmals durchschlagen, teilen und in kleine Brötchen formen.
* Rosinen und Mandeln in die Brötchen drücken.
* Nachmals bedecken und 30 Minuten stehen lassen.
* Mit gesprudeltem Ei bestreichen.
* Bei 250° goldbraun backen.
* Warm servieren.



Die 20 Tage

Der Weihnachtskalender Schwedens weicht von dem vieler anderer Länder ab:
Sein Schwergewicht liegt (wie in Finnland) am 24. Dezember, die Feierlichkeiten beginnen am Nachmittag, etwa um 15 Uhr, wenn es schon dunkel wird. Überraschenderweise hat sich hier mit dem Fernseh-Zeitalter das Ansehen weihnachtlicher Donald-Duck-Filme als unerlässlicher Start in die Feiern festgesetzt, alle Strassen sind zu diesem Zeitpunkt leergefegt. Auch die Geschenke gibt es schon frühzeitig, sie werden vom Jultomte gebracht.

Während man fast überall sonst die Zwölf Weihnachtstage (25. Dezember bis 6. Jänner) zelebriert, sind es in Schweden die Zwanzig Tage. Diese Anordnung wurde von König Knut (Ende 11. Jhdt) getroffen, der letzte Weihnachtstag (13. Jänner) trägt seinen Namen: St. Knuts-Tag.

Wenn die Schweden am 13. Jänner besondere Vorsicht walten lassen und den Blick häufig nach oben richten, dann hat das weder mit Aberglauben (13.) zu tun, noch mit der gallischen Furcht, der Himmel könne ihnen auf den Kopf fallen - es sind Erfahrungswerte: Anders als in unseren Breiten (am 6. Jänner) werden hier am St. Knuts-Tag die Weihnachtsbäume entschmückt und kurzerhand aus dem Fenster geworfen.

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