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Der Adventskranz


Oberste Ebene Weihnachtsportal Entstehungen

Advent ohne Adventskranz ist kaum mehr denkbar. Selbst die Geschäfte und Kaufhäuser haben ihn übernommen, in Bahnhofshallen und öffentlichen Sälen ist er zu finden.Und doch ist dieser Brauch wahrscheinlich noch nicht sehr alt.


Zwar gibt es Theorien, die in ihm das Sonnenrad der Germanen sehen wollen oder eine winterliche Spielart des Kranzes auf dem Maibaum.

Zweifellos ist jedoch der Adventskranz viel jünger als der Christbaum, wenigstens in der uns heute bekannten Form. Er dürfte erst kurz vor 1900 üblich geworden sein . Es wird behauptet, sein "Erfinder" sei Johann Hinrich Wichern, der Begründer des "Rauhen Hauses" und geistige Vater der "Inneren Mission".

Der evangelische Theologe beschreibt in seinem Buch "Herr Hobelmann" einen mit viel Tannengrün geschmückten großen Kronleuchter, den ein Lehrer in der Schulstube aufhängte. Der Kranz war mit 24 Kerzen versehen, für jeden Tag im Dezember eine. Kränze gab es damals sicher schon. Der Gedanke mit den Kerzen war vielleicht neu.

Da aber ein Adventskranz mit 24 Kerzen schon erhebliche Ausmaße haben muss, dürfte wohl rasch die Verminderung auf 4 Kerzen erfolgt sein. Man darf diese Geschichte dahingestellt sein lassen, zumal der Brauch, an jedem Tag eine Kerze zu entzünden, damals nicht nur "Hobelmann" bekannt war, sondern auch in anderen Berichten erwähnt wird.

Ziemlich sicher scheint es zu sein , dass der Adventskranz zunächst in Norddeutschland üblich war. Einen anderen möglichen Ursprung mag man in den in Thüringen üblichen "Reifbäumen" sehen.

Mehrere Reifen, die mit Moos, Gerank und Papierstreifen umwickelt waren, wurden pyramidenförmig um eine Mittelachse befestigt. Vorläufer des Christbaumes darin zu sehen, weil er später auch mit Glaskugeln und Gebäck geschmückt wurde, ist rein zeitlich nicht denkbar.

Es erscheint wirklich müßig, in jeder Kranzform einen Ursprung des Adventskranzes zu vermuten; denn es geht nicht um den Kranz. Der Kranz kommt so häufig vor wie der Kreis. Wesentlich sind das Licht und auch bis zu einem gewissen Grad, die immergrünen Zweige.

Einen solchen Kranz kann jede Familie leicht selbst binden, wie dieses Kapitel zeigt. In Niederöstereich gibt es da und dort noch den Adventskranz mit 24 Kerzen; das Kind, das am jeweiligen Tag das bravste war, darf die Kerze anbrennen.

Auch die japanische Kunst des Ikebana hat sich des Adventskranzes angenommen. Solange es bei den vier Kerzen bleibt und zur reinen Dekoration wird, ist das sicher auch eine Möglichkeit.

Aber zurück zu den Kerzen. Jeden Sonntag leuchtet eine Kerze näher heran an den Heiligen Abend. Wenn die erste Kerze entzündet wird, bleibt der Raum noch im Dunkel, nur dies eine Licht symbolisiert die aufkeimende Hoffnung auf die Erlösung. Das Dunkel erinnert an die Zeit, in der die Menschheit lebte, bevor Christus kam, sie zu erlösen das Licht aber symbolisiert die Verheißung auf den Retter.

Der Schein der zwei Kerzen zeigt dann, dass es langsam heller zu werden versprach, als die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob den Erlöser verdeuteten. Die drei Kerzen mahnen an die Zeit der Propheten, die mit deutlichen Worten Christus ankündigten. Alle vier Kerzen kündigten aber die Fülle der Zeit an, in der Jesus geboren werden sollte.

Die Kirche unterscheidet deshalb zwischen drei Adventswochen und sieben Tagen "Hoher Advent". Beim Entzünden der Kerzen an den Adventssonntagen kann man zwischen zwei Adventsliedern an diese Vorbereitungszeit erinnern.

Zugleich sollten solche kleinen Feiern, die die Familie zusammenführen, Anlaß werden, das auszuräumen, was sich im Laufe des Jahres an Ärger und Mißverständnis in der Familie oder zwischen Nachbarn angesammelt hat.




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